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Stop Killing the Internet: Neue EU-Bürgerinitiative wehrt sich gegen Digital-ID-Pflicht

Eine neue europäische Bürgerinitiative namens “Stop Killing the Internet” will verhindern, dass Ausweispflicht und Digital-ID zum Standard beim Surfen im Netz werden. Mitinitiator ist kein Unbekannter: Moritz Katzner, seines Zeichens Direktor von Stop Killing Games Europe, kennt den Kampf gegen unliebsame EU-Regularien bereits aus erster Hand.

Offiziell registriert hat die EU-Kommission die Initiative unter dem sperrigen Titel “Stop Killing The Internet: No Digital ID & No Age Verification”. Dahinter steht ein breites Bündnis aus Bürgerrechtsorganisationen, darunter die Open Rights Group, Big Brother Watch sowie mehrere europäische Piratenparteien. Gemeinsames Ziel: Digitale Identitätsnachweise und Alterskontrollen sollen freiwillig, datenschutzfreundlich und diskriminierungsfrei bleiben – keine Pflicht, keine Hintertür für flächendeckende Überwachung.

Was fordert die Initiative “Stop Killing the Internet” konkret?

Die offizielle Seite der Europäischen Bürgerinitiative listet die Forderung klar auf: Die EU-Kommission soll eine Gesetzesvorlage vorlegen, die sicherstellt, dass digitale Identitäts- und Altersnachweis-Systeme beim Zugang zu Online-Diensten in der Union freiwillig bleiben. Damit das Anliegen überhaupt vor die EU-Institutionen kommt, müssen die Organisatoren innerhalb von zwölf Monaten mindestens eine Million gültige Unterschriften aus wenigstens sieben Mitgliedsstaaten sammeln. Erst dann ist die Kommission verpflichtet, offiziell Stellung zu beziehen und eine Anhörung im Europäischen Parlament anzusetzen. Katzner bringt die Sorge dahinter auf den Punkt: Es gehe nicht um Kinderschutz an sich, sondern um die Infrastruktur und den Präzedenzfall, den solche Systeme schaffen – eine Art Eskalationsleiter vom Gesichtsscan über die Ausweispflicht bis hin zur Chat-Kontrolle.

Was bedeutet das für Gamer auf Steam, Discord und Twitch?

Für die DACH-Gaming-Community ist das mehr als nur Politik-Kleingedrucktes. Verpflichtende Altersverifikation trifft am Ende genau die Plattformen, auf denen sich Spielerinnen und Spieler täglich bewegen: Steam, Discord, Twitch. Wie unterschiedlich Anbieter mit solchen Vorgaben umgehen, zeigt unser Bericht zur Altersverifikation in Australien, wo Microsoft und Valve bereits unterschiedliche Wege gehen mussten. Wer die neue Initiative unterstützen will, kann auf der Kampagnenseite unterschreiben – wichtig dabei: Die Unterschrift muss aus einem EU-Mitgliedsstaat kommen, inklusive der dort verlangten Identifikationsangabe.

Historisch ist das kein Zufall: Stop Killing Games hatte zuvor bereits mit einer eigenen Bürgerinitiative gegen das Abschalten gekaufter Spiele mobilisiert und den Kurs in Richtung Digital Fairness Act der EU mitverschoben. “Stop Killing the Internet” ist quasi die logische Fortsetzung – dieselben Köpfe, dasselbe Prinzip: Nutzerrechte zuerst, Konzern- und Behördeninteressen zweitrangig.

Unsere Einschätzung: Alterskontrollen im Netz klingen erstmal vernünftig, keine Frage. Das Problem ist die Umsetzung: Sobald ein Ausweis-Scan oder eine Digital-ID zur Grundvoraussetzung für den Steam-Login oder den Discord-Chat wird, ist das Einfallstor für weit mehr als Jugendschutz gelegt. Wer einmal zentrale Identitätsdaten an Plattformen bindet, öffnet Tür und Tor für Datenlecks und schleichende Ausweitung der Kontrolle. Diese Initiative verdient Aufmerksamkeit, auch wenn eine Million Unterschriften ambitioniert klingen.

Quelle: GameStar

Wie steht ihr zur Ausweispflicht im Netz – sinnvoller Jugendschutz oder Überwachungs-Vorstufe? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

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