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Altersverifikation in Australien: Microsoft bietet mehr Wege als Valve

Seit dem 9. März 2026 gelten in Australien die sogenannten Age-Restricted Material Codes der Medienaufsicht eSafety Commissioner. Wer dort R18+-Spiele kaufen oder spielen will, muss seither sein Alter nachweisen. Wie genau Plattformen das umsetzen, bleibt ihnen überlassen – und genau hier klaffen die Ansätze von Microsoft und Valve inzwischen deutlich auseinander. PC Gamer nimmt das in einem Meinungsstück zum Anlass, Valves Steam-Lösung erneut scharf zu kritisieren.

Was schreibt Australiens neue Altersverifikationspflicht konkret vor?

Die Codes verlangen von Anbietern „angemessene” Altersnachweise, sobald Nutzer auf Inhalte zugreifen wollen, die von der Australian Classification Board mit R18+ eingestuft wurden. Für alle anderen Spiele ändert sich nichts. Der Gesetzgeber schreibt dabei bewusst keine einzelne Technologie vor: Firmen dürfen zwischen Verifikation, Altersschätzung oder Alters-Inferenz wählen, solange die Methode dem Risiko angemessen ist und australisches Datenschutzrecht einhält. Wer sich nicht daran hält, riskiert Strafen von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar. Mehr Details zu den Codes liefert die zuständige Behörde auf ihrer offiziellen Seite zu den Age-Restricted Material Codes.

Microsoft hat seine Umsetzung Ende August 2026 für Xbox Store und Microsoft Store auf PC ausgerollt. Bereits gekaufte Spiele sind davon nicht betroffen, offene Vorbestellungen für R18+-Titel verfallen ohne Verifikation allerdings ersatzlos. Laut offiziellem Microsoft-Support können Nutzer dabei zwischen mehreren Wegen wählen: einer automatischen Einschätzung anhand der bisherigen Kontohistorie, einer Altersschätzung per Selfie, einer Kreditkarte, einem regional verfügbaren digitalen Ausweisdienst oder dem Hochladen eines Dokuments wie Führerschein oder Reisepass. Die eigentliche Prüfung übernehmen die externen Dienstleister Yoti und VerifyMy, die laut Microsofts eigener Ankündigung nur eine Bestätigung zurückmelden und die eingereichten Dokumente selbst nicht an Microsoft weiterleiten.

Wie unterscheidet sich Microsofts Ansatz von Valves Steam-Lösung?

Valve hat sein Altersverifikationssystem für Steam in Australien nur wenige Wochen zuvor eingeführt – und dabei radikal auf eine einzige Methode reduziert: eine gültige australische Kreditkarte, die dauerhaft mit dem Konto verknüpft bleiben muss. Debitkarten, Ausweis-Uploads oder Selfie-Schätzungen akzeptiert Valve nicht. Nach übereinstimmenden Berichten unter anderem von Tom’s Hardware und PC Gamer besitzen aber nur rund 43 Prozent der Australier überhaupt eine Kreditkarte. Ein erheblicher Teil der eigentlich volljährigen Nutzer könnte damit faktisch ausgesperrt bleiben. In Teilen der Community, etwa auf Reddit, wurde Valves Vorgehen deshalb bereits als „malicious compliance” bezeichnet – als bewusst unbequeme Pflichterfüllung statt echter Lösung.

Genau diesen Kontrast greift PC Gamer auf: Weil Microsoft zeigt, dass eine datensparsame, aber trotzdem mehrgleisige Verifikation technisch machbar ist, wertet das Magazin Valves Ein-Optionen-Lösung als weiteren Beleg dafür, dass es dem Unternehmen nicht in erster Linie um Datenschutz gehe, sondern eher um minimalen Umsetzungsaufwand auf Kosten der Nutzerfreundlichkeit. Aus unserer Sicht ist diese Zuspitzung nachvollziehbar, sie bleibt aber eine redaktionelle Bewertung von PC Gamer und keine offizielle Feststellung der Regulierungsbehörde.

Was bedeutet das für Spielerinnen und Spieler in Australien?

Für Xbox- und PC-Nutzer mit Microsoft-Konto heißt das in der Praxis: Wer bereits ein länger aktives, glaubwürdig erwachsenes Konto besitzt, wird häufig automatisch als verifiziert eingestuft und muss gar nichts weiter unternehmen. Alle anderen wählen zwischen mehreren, unterschiedlich aufwendigen Optionen. Steam-Nutzer ohne Kreditkarte verlieren dagegen vorerst den Zugriff auf R18+-Inhalte, selbst wenn sie unzweifelhaft volljährig sind – es sei denn, sie beschaffen sich eigens eine Kreditkarte oder Valve ergänzt sein Verfahren um weitere Optionen.

Quelle: PC Gamer

Wie seht ihr die Kreditkarten-Pflicht bei Steam – nachvollziehbarer Datenschutz oder unnötige Hürde? Schreibt es uns in die Kommentare!

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