Nach massiver Kritik rudert Activision zurück: Echte Aufnahmen der Halloween-Katastrophe von Itaewon werden aus dem Eröffnungsfilm von Call of Duty: Modern Warfare 4 entfernt. Das Studio hat sich laut Berichten bei den Hinterbliebenen entschuldigt. Die Änderung kommt allerdings erst mit einem Update am 12. November.
Worum geht es bei der Kontroverse?
Das Intro von Modern Warfare 4 zeigt den Auftakt einer fiktiven nordkoreanischen Invasion Südkoreas. Darin tauchen Aufnahmen von Rettungsarbeiten bei der Massenpanik in Seoul auf, die im Oktober 2022 im Stadtteil Itaewon passierte. Damals starben rund 160 Menschen, fast 200 weitere wurden verletzt. Das Material ist im Spiel mit Filtern und Effekten überlagert, aber erkennbar.
Angehörige der Opfer reagierten laut BBC und IGN empört. In einer Erklärung hieß es, es sei „an sich höchst unangemessen und sinnlos“, ein solches Ereignis als Material für ein Unterhaltungsspiel zu nutzen. Bei „einem Minimum an Anstand und Empathie“ müsse der Entwickler „ohne Verzögerung“ handeln.
Wie hat Activision reagiert?
Zunächst verteidigte sich der Publisher: Man habe reale Nachrichtenbilder nur genutzt, um die fiktive Handlung aufzubauen, ohne die Tragödie „zu referenzieren oder zu trivialisieren“. Auf die Forderung nach Entfernung ging das Unternehmen zunächst nicht ein. Call-of-Duty-Marketingchef Tyler Bahl sagte gegenüber der BBC, man müsse verstehen, dass es sich um Unterhaltung handle.
Inzwischen ist der Kurs ein anderer. Laut PC Gamer und einem Bericht der Korea Herald spricht Activision von „tiefstem Beileid und aufrichtigen Entschuldigungen“ gegenüber Familien, Opfern und allen, die der Vorfall verletzt hat. Das Video wird per Update am 12. November aus der Eröffnungssequenz geschnitten.
Was bedeutet das für Spieler?
Bis zum Update bleibt das Intro unverändert. Wer die Kampagne vorher startet, sieht also noch die kritisierten Szenen. Danach ersetzt Infinity Ward das Material – was genau an die Stelle rückt, ist bislang nicht bekannt. Spielerisch ändert sich nichts, es geht nur um die Eröffnungssequenz.
Wie ordnen wir das ein?
Call of Duty hat reale Konflikte schon oft als Kulisse genutzt, doch echtes Filmmaterial einer Katastrophe mit Opfern aus der jüngeren Vergangenheit ist eine andere Liga. Dass Activision die Szene herausnimmt, halten wir für die richtige Entscheidung – schade nur, dass es eine öffentliche Welle der Kritik brauchte. Dabei läuft der Shooter sonst gut: Zum Start gab es das beste Metacritic-Ergebnis seit 15 Jahren. Und auch im Test sah Eurogamer den „Retter“ von Call of Duty. Die Reihe findet ihr auf der offiziellen Call-of-Duty-Seite.
Ist die Entfernung für euch richtig – oder hätte Activision das Intro gar nicht erst so bauen sollen? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!



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