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Warren Spector wütend über BioWare-Aus: Wer zieht bei EA die Verantwortung?

Zwei Wochen nach seinem ersten, ungewohnt derben Kommentar hat Immersive-Sim-Legende Warren Spector erneut auf LinkedIn zum BioWare-Aus bei Electronic Arts Stellung bezogen. Diesmal verzichtet er auf Kraftausdrücke, klingt aber laut PC Gamer wütender denn je. Seine zentrale Frage: “Is there ANY accountability left in this world?”

Spector schreibt, er sei über die Schließung “in die Magengrube getroffen” gewesen. Die vielen Entlassungswellen der letzten Jahre seien ihm nicht entgangen, aber BioWare habe ihn emotional härter getroffen als alles zuvor. Einige Leser hätten ihm geantwortet, BioWares beste Zeiten lägen hinter dem Studio und die Schließung sei eine “vernünftige Geschäftsentscheidung”. Genau das habe ihn erneut auf die Palme gebracht, denn dabei werde sein eigentlicher Punkt übersehen.

Was wirft Spector der Führungsebene vor?

Sein Vorwurf: Wer in Konzernen Fehlentscheidungen trifft, trägt selten die Folgen. Verlassen Studio-Leute das Unternehmen und das Talent verwässert, schaffe jemand das Umfeld, das sie vertreibt. Wer den Markt falsch einschätzt, zu viel einstellt oder Spiele unterfinanziert, schlecht vermarktet oder überfinanziert, verliere weder Schlaf noch Job. Entwickler dagegen müssten leiden, wenn Investoren und Finanzpartner Vorrang vor den Spielern bekommen. Sein Fazit: Wer das eine “vernünftige Geschäftsentscheidung” nennt, solle besser nie ein Unternehmen führen.

Wie viel verdienen die EA-Chefs laut Spector?

Spector nennt konkrete Zahlen. Laut Spector (wiedergegeben von PC Gamer) bekamen diese EA-Führungskräfte im Geschäftsjahr 2026 insgesamt:

  • Andrew Wilson (CEO): 38,65 Millionen US-Dollar
  • Laura Miele (Präsidentin EA Entertainment und Central Development): 13,7 Millionen US-Dollar
  • Stuart Canfield (CFO): 11,3 Millionen US-Dollar
  • Jake Schatz (Chief Legal Officer): 8,4 Millionen US-Dollar
  • Mala Singh (Chief People Officer): 8,3 Millionen US-Dollar

PC Gamer ordnet ein, dass es sich um die Gesamtvergütung eines Zwölfmonatszeitraums handelt, mit deutlichen Zuwächsen zum Vorjahr: Wilson erhielt demnach 2025 noch 30,5 Millionen Dollar, Miele 9,1 Millionen. Das Magazin weist zudem darauf hin, dass die Gehälter nicht direkt mit der BioWare-Schließung zusammenhängen. Wilsons Plus von rund 8 Millionen Dollar wurde unter anderem für das Erreichen aller Meilensteine beim Start von Battlefield 6 vergeben. Wenige Monate zuvor gab es laut PC Gamer Entlassungen bei Criterion, Dice, Ripple Effect und Motive, und Ridgeline Games wurde komplett geschlossen.

Warum trifft die BioWare-Debatte so einen Nerv?

BioWare steht für Mass Effect und Dragon Age, zwei der prägendsten Rollenspiel-Serien der vergangenen Jahrzehnte. Dass jemand wie Spector, der selbst für Immersive Sims bekannt ist, dem Studio so nachtrauert, überrascht daher weniger als sein Tonfall. Dazu ein Befund aus dem PC-Gamer-Text: Widerstand gegen solche Vergütungspakete ist selten. Eine Analyse von 2020 nennt Ablehnungsquoten bei Vergütungsvorschlägen von nur 2,7 Prozent (2019) und 2,6 Prozent (2018). Als EA-Aktionäre 2020 ausnahmsweise eine geplante Gehaltserhöhung der Führung ablehnten, war das also die Ausnahme. Wilson verdiente in jenem Jahr über 21 Millionen Dollar.

Unsere Einschätzung (Meinung): Spectors zweiter Post wirkt stärker als der erste, weil er konkret wird. Namen und Summen ersetzen das bloße Schimpfen. Ob die Zahlen die BioWare-Entscheidung “erklären”, ist eine andere Frage, denn sie gehören laut PC Gamer zu anderen Vorgängen. Als Symbol für das Missverhältnis zwischen Bonuszahlungen und Studioschließungen taugen sie aber allemal. Eine Antwort von EA auf Spectors Vorwürfe nennt PC Gamer nicht.

Quelle: PC Gamer

Sind Spectors Vorwürfe berechtigt, oder ist eine Studioschließung am Ende doch nur eine nüchterne Geschäftsentscheidung?

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