Epic-Chef Tim Sweeney hat sich auf X mit dem Asset-Künstler Kenney über generative KI gestritten, und der Streit hat hunderte Kommentare ausgelöst. Auslöser war ein Post, in dem Kenney Entwickler ermutigte, sich nicht von Milliardären von KI überzeugen zu lassen. Sweeney antwortete prompt und ziemlich deutlich.
Was ist zwischen Sweeney und Kenney passiert?
Kenney ist dafür bekannt, tausende Spiele-Assets kostenlos zu verschenken. In seinem Post schrieb er unter anderem: „Don’t let billionaires convince you slop is the future.“ Eigentlich war das laut PC Gamer eine Reaktion auf eine Aussage von Elon Musk und sollte vor allem andere Künstler erreichen, die sich zur KI-Nutzung gedrängt fühlen.
Wenige Stunden später stand Tim Sweeney, Chef von Epic Games, in den Antworten. Er schrieb: „This is bullshit, Kenney“ und beendete seine Entgegnung mit „Up yours!“. Elon Musk stellte sich auf Sweeneys Seite. Dazu kamen hunderte weitere Kommentare quer durch alle KI-Lager.
Welche Argumente haben die beiden Seiten?
- Kenney sagt, KI habe durchaus Nutzen, er halte sie in ihrem jetzigen Zustand aber für unmoralisch: wegen Umweltfolgen, Rechenzentren, Trainingsdaten und der Folgen für fast jede Branche.
- Sweeney sieht es als Aufgabe von Epic, die positive Seite von KI zu zeigen. Er warnt, Studios, die sich von Anti-KI-Kampagnen leiten lassen, könnten sich im globalen Markt ins Abseits stellen. Er erwartet Produktivitätsgewinne von mindestens Faktor 2 bis 4.
- Kenney hält dagegen: Wenn KI wirklich schon Massenakzeptanz hätte, müsste man ihn nicht überzeugen wollen. Und zum Vorwurf, wer nicht mitmache, werde abgehängt, sagt er: „Please, leave me behind.“

Wie groß ist die Skepsis gegenüber KI in Spielen wirklich?
Sweeney behauptet, Kritik an KI komme von einer lauten Minderheit. Die Datenlage ist gemischt, wie PC Gamer einordnet. Laut einer Umfrage von GameDiscoverCo unter Steam-Nutzern stehen rund 69 Prozent dem Kauf von Spielen mit offengelegter KI-Nutzung neutral oder positiv gegenüber. Gleichzeitig schauen die meisten Nutzer vor dem Kauf auf diese Hinweise, und über 55 Prozent wünschen sich sogar strengere Offenlegungsregeln. Sweeney lehnt die Steam-Pflicht zur Offenlegung ab und nennt sie „abhorrent“.
Auch in der Branche ist die Stimmung geteilt. Der Entwickler Dead Teapot hat laut PC Gamer seine Veröffentlichung im Epic Games Store aus Solidarität mit Kenney abgesagt. Epic selbst setzt dagegen voll auf KI-gestützte Entwicklung, etwa mit der nächsten Unreal-Engine-Version.
Unsere Einschätzung: Der Streit zeigt weniger einen Konflikt um Technik als um Erwartungen. Sweeney verkauft Werkzeuge an die ganze Branche und hat ein Interesse daran, dass sie genutzt werden. Kenney lebt von Spenden und einem 20-Dollar-Paket mit 60.000 Assets und steht für das Gegenmodell. Beide Sichtweisen haben ihre Berechtigung, nur eine Mehrheitsmeinung lässt sich aus den Zahlen nicht ableiten. Wie sich das in der Praxis auswirkt, zeigt auch die Debatte um Offenlegung bei Mods, über die wir bei Nexus Mods und die neue KI-Offenlegung berichtet haben.
Wer die Umfrage selbst nachlesen will, findet sie beim GameDiscoverCo-Newsletter.
Quelle: PC Gamer
Wem gebt ihr recht: Sweeney, der KI als Zukunft der Spieleentwicklung sieht, oder Kenney, der lieber „zurückbleibt“?



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