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Riot Games sperrt fast 300.000 Accounts – Vanguard-Bannwelle sorgt für Kontroverse

Riot Games hat am 17. September 2026 eine der größten Bannwellen seiner Geschichte bestätigt: Insgesamt 296.416 Accounts wurden seit Ende 2025 in League of Legends und Valorant wegen Rangmanipulation gesperrt. Betroffen sind Spielerinnen und Spieler, die sich beim Boosting, Smurfing oder “Hitchhiking” erwischen lassen haben – und mit ihnen auch prominente Namen aus der Streaming-Szene.

Verantwortlich ist Vanguard, Riots kernel-basiertes Anti-Cheat-System. Ursprünglich für League of Legends entwickelt, wurde die Boosting-Erkennung im Sommer 2026 auf Valorant ausgeweitet, seitdem rollen die Sperren in beiden Titeln kontinuierlich aus. Riot kommentierte die Zahlen pointiert auf X: Boosting, Smurfing und Hitchhiking seien schlicht alle Formen von Cheating.

https://x.com/riotgames/status/2100631138939421135

Wie viele Accounts hat Riot Games gesperrt?

Die 296.416 Sperren verteilen sich auf den gesamten Zeitraum seit Ende 2025 in beiden Spielen. Riot bezeichnete die Betroffenen sarkastisch als “Rent-a-Rank-Kunden” – ein Seitenhieb auf das Geschäft mit gekauften Rangaufstiegen, bei dem sich Spieler von stärkeren Accounts hochziehen lassen, statt den Rang selbst zu erspielen.

Was zählt bei Riot als Boosting oder Hitchhiking?

Boosting meint, dass eine deutlich stärkere Person einen fremden oder eigenen Account hochspielt. Hitchhiking bezeichnet das Mitspielen im Team eines gezielt geboosteten Accounts, wovon man indirekt profitiert. Smurfing – Spielen auf einem Zweitaccount unterhalb des eigenen Niveaus – zählt für Riot ebenfalls als Rangmanipulation, da es das Matchmaking verzerrt.

Genau hier wurde die Bannwelle zum PR-Problem: Streamer wie Tyler “Trainwreckstv” Faraz und Timothy “Trick2g” Ackerman gerieten in die Schlagzeilen, nachdem ihr Rang zurückgesetzt wurde. Trainwrecks vermutete einen Zusammenhang mit gemeinsamen Partien mit Tyler1, Trick2g und Yassuo. Trick2g veröffentlichte ein Video, in dem er seine Sperre anfocht und Riot-Mitarbeiter Drew Levin öffentlich um eine genauere Prüfung bat.

Wie reagierte Riot auf die Streamer-Kontroverse?

Drew Levin, bei Riot als Head of Business und Director of Product Management für League of Legends zuständig, antwortete zunächst schroff: Wenn mehrere Master-Spieler mit Zweitaccounts einen Freund von Gold bis Emerald zögen, sei das schlicht Boosting. Die knappe, öffentliche Replik sorgte für Diskussionen über den Umgangston gegenüber betroffenen Streamern.

Am 18. September 2026 entschuldigte sich Levin öffentlich bei Trick2g für seine, wie er es nannte, “off-the-cuff and incurious” formulierte Antwort – also eine unüberlegte, wenig neugierige Reaktion. Gleichzeitig bekräftigte er, dass Riots harte Linie gegen Smurfing und Boosting unverändert bleibe, man stehe mit den betroffenen Streamern aber in direktem Kontakt.

Nahaufnahme einer Valorant-Agentin, Szene aus offiziellem Riot-Games-Artwork
Bildquelle: Riot Games / Dexerto (offizielles Valorant-Artwork)

Wie fällt die Einordnung zwischen Fairplay-Anspruch und Community-Ärger aus?

Seit der Einführung von Vanguard in League of Legends 2024 fährt Riot einen aggressiven Kurs gegen Cheating und Rangmanipulation und nimmt dabei laut eigener Aussage bewusst sinkende Spielerzahlen in Kauf. Die Bannwelle zeigt, dass das kein Lippenbekenntnis ist – wird aber gerade dadurch zur Belastungsprobe für die Kommunikation mit der Community. Dass bekannte Streamer zu Symbolfiguren der Debatte wurden, zeigt vor allem, dass Vanguard unabhängig vom Bekanntheitsgrad durchgreift.

Weiterführende Informationen gibt es auf den offiziellen Seiten von League of Legends und Valorant.

Quellen: Dot Esports, Dexerto, Sportskeeda, x.com/riotgames

Spielt ihr League of Legends oder Valorant und hattet schon einmal mit geboosteten Gegnern oder Mitspielern zu tun? Schreibt uns eure Erfahrungen mit Vanguard und Rangmanipulation in die Kommentare.

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