Gerücht: Diese Meldung ist bislang NICHT offiziell von Unity, Silver Lake oder dem Public Investment Fund bestätigt.
Nach dem 55-Milliarden-Dollar-Deal um Electronic Arts könnte schon der nächste große Name der Spielebranche den Besitzer wechseln: Laut einem Reuters-Bericht soll Unity Übernahmegespräche mit dem Finanzinvestor Silver Lake und dem saudischen Staatsfonds PIF geführt haben. Genau diese beiden Investoren gehören zu den Käufern von EA.
Was Reuters über die Gespräche berichtet
Berichten zufolge soll ein Investorenkonsortium Unity mit rund 25 Milliarden US-Dollar bewertet haben. Die Gespräche sollen stattgefunden haben, bevor Unity seine jüngsten Quartalszahlen veröffentlicht hat. Danach lag der Börsenwert nach Angaben der Quelle bei etwa 21,5 Milliarden Dollar, die Aktie soll nachbörslich um rund 4 Prozent gestiegen sein.
Unity soll nach der Anfrage mit einer Investmentbank zusammenarbeiten, um die eigenen Optionen zu prüfen. Wörtlich heißt es laut Reuters: „Kein Deal ist sicher, und Plan und Bedingungen können sich noch ändern.“ Unity wollte sich nicht äußern, Silver Lake und PIF reagierten zunächst nicht auf die Anfrage der Nachrichtenagentur.
Wie realistisch ist eine Übernahme von Unity durch Silver Lake und PIF?
Ganz aus der Luft gegriffen wirkt die Meldung nicht. Silver Lake ist bereits beteiligt: Der Investor hält laut GamesIndustry.biz rund 8 Prozent an Unity. Eingestiegen ist er im Mai 2017 mit 400 Millionen Dollar, damals lag der Unternehmenswert bei 2,6 Milliarden. 2019 war Silver Lake zudem einer von vier Investoren, die bei einem Kaufangebot für Aktien von Altgesellschaftern im Umfang von bis zu 525 Millionen Dollar mitmachten, da stand die Bewertung bei 6 Milliarden. Nach dem Börsengang 2020 kletterte sie auf 13,7 Milliarden Dollar.
Für uns ist das trotzdem erst einmal ein Gerücht mit seriöser Quelle, mehr nicht. Eine Anfrage, eine Bewertung im Raum und eine beauftragte Bank sind noch lange kein unterschriebener Vertrag. Wie schnell sich solche Pläne ändern können, zeigt schon der Zusatz von Reuters selbst.
Unity schreibt erstmals schwarze Zahlen
Interessant ist der Zeitpunkt: Unity meldete zuletzt das erste profitable Quartal nach US-Rechnungslegung (GAAP) bei einem Umsatzplus von 32 Prozent auf 622 Millionen Dollar. Im Sommerquartal hatte der Umsatz noch bei 546 Millionen Dollar gelegen, ein Plus von 24 Prozent. Auf Non-GAAP-Basis hatte Unity bereits 2023 erstmals Gewinn ausgewiesen. Ein Unternehmen, das gerade die Wende zur Profitabilität schafft, ist für Finanzinvestoren naturgemäß attraktiver.
Wer Spiele spielt, merkt davon vorerst nichts. Unity-Engine und -Dienste stecken in vielen Titeln, doch konkrete Folgen für Entwickler oder Spieler lassen sich aus der Meldung nicht ableiten. Dass große Branchenübernahmen die Szene beschäftigen, zeigt auch unser Bericht zu den Bietern um das Studio Arkane. Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald sich eine Seite offiziell äußert.
Quelle: GamesIndustry.biz, Reuters
Würde euch ein Unity in Hand von Silver Lake und PIF Sorgen machen, oder seht ihr darin eher frisches Geld für die Engine?



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