Electronic Arts gehört heute offiziell nicht mehr sich selbst: Nach dem Börsenschluss in den USA wird der 55-Milliarden-Dollar-Deal besiegelt, mit dem ein Konsortium um den saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) den Battlefield– und FIFA-Publisher übernimmt. Damit endet für EA eine 37 Jahre lange Geschichte als börsennotiertes Unternehmen – und beginnt ein neues, nicht unumstrittenes Kapitel.
Wer hinter dem 55-Milliarden-Dollar-Deal steckt
Der Deal war bereits im September 2025 verkündet worden, brauchte aber Monate für die regulatorischen Freigaben. Erst Ende Juli 2026 lagen alle nötigen Genehmigungen vor, darunter auch das grüne Licht der EU-Kommission am 23. Juli. Die Aufteilung der neuen, privaten EA sieht so aus:
- Public Investment Fund (PIF, Saudi-Arabien): rund 93,4 Prozent der Anteile
- Silver Lake Group: rund 5,5 Prozent der Anteile
- Affinity Partners (Investmentfirma von Jared Kushner): rund 1,1 Prozent der Anteile
- EA-Aktionäre erhalten 210 US-Dollar in bar je Aktie
- Andrew Wilson bleibt CEO, der Hauptsitz bleibt in Redwood City, Kalifornien
Mit 55 Milliarden Dollar ist es der größte Leveraged Buyout der Geschichte – noch vor der Übernahme von TXU Energy 2007. Der PIF war schon vorher als Investor im Gaming-Sektor aktiv, unter anderem bei Nintendo, Take-Two und Activision Blizzard, hält an EA künftig aber erstmals eine derart dominante Mehrheit.
Was das für Andrew Wilson und die Community bedeutet
Brisant wird der Deal vor allem im Zusammenspiel mit einer Zahl, über die wir erst vor wenigen Tagen berichtet haben: CEO Andrew Wilson kassierte im vergangenen Geschäftsjahr 38,6 Millionen Dollar – im selben Jahr, in dem EA Teile der Battlefield- und Skate-Teams entließ. Durch die Übernahme greift nun offenbar eine zusätzliche Klausel: Sollte Wilson im Zuge des Eigentümerwechsels aus dem Unternehmen gedrängt werden, könnte er einem Bericht zufolge zusätzlich bis zu 125 Millionen Dollar erhalten. Für viele Angestellte, die zeitgleich um ihre Jobs bangen mussten, ist das ein bitterer Kontrast.
In der Community sorgt vor allem die Rolle des PIF für Diskussionen. Kritiker verweisen auf die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien und befürchten, dass ein staatlich gelenkter Großinvestor EAs ohnehin schon starken Fokus auf Live-Service-Titel wie EA Sports FC und Battlefield weiter verstärken könnte. Befürworter halten dagegen, dass sich am Tagesgeschäft und an den laufenden Spielen kurzfristig wenig ändert, da Wilson und das bestehende Management-Team im Amt bleiben. Aus unserer Sicht lohnt sich für Spieler ein nüchterner Blick: Governance-Fragen bei einem derart großen Deal sind berechtigt, doch ob sich die Übernahme tatsächlich auf Preise, Monetarisierung oder Studio-Entscheidungen bei Battlefield 6 auswirkt, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.
Quelle: WCCFTech, GamesReviews.com
Was haltet ihr von der Saudi-Übernahme bei EA – Randnotiz fürs Business oder echtes Warnsignal für die Zukunft von Battlefield und Co.? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!



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