Heute geht’s los: In Tokoname in der japanischen Provinz Aichi startet der Esports-Wettbewerb der Asian Games 2026. Vom 23. September bis zum 2. Oktober kämpfen Teams aus 23 Nationen im Aichi International Exhibition Center um Medaillen – und zwar um ganz offizielle, nicht um irgendwelche Show-Pokale. Für alle, die Esports nur aus dem westlichen Franchise-Zirkus kennen, ist das eine gute Gelegenheit, mal über den Tellerrand zu schauen.
Die Asian Games sind quasi die “Olympischen Spiele Asiens”, organisiert vom Olympic Council of Asia (OCA). Für 2026 haben Japan Esports Union und die Asian Electronic Sports Federation als Co-Organisatoren übernommen, und der Zeitplan ist dicht: Neun Tage Wettkampf, verteilt über mehrere Titel, mit Vorrunden, K.-o.-Phasen und Finals. Mehr Infos zum Turnier gibt’s auf der offiziellen Seite der Asian Games Aichi-Nagoya 2026.
Welche Spiele stehen bei den Asian Games 2026 im Esports-Programm?
Insgesamt sind 13 Titel dabei, verteilt auf 11 Medaillen-Events (einige Fighting Games teilen sich ein gemeinsames Event). Mit dabei sind unter anderem League of Legends, PUBG Mobile, Mobile Legends: Bang Bang, Honor of Kings, Identity V, Naraka: Bladepoint, Pokémon Unite sowie Street Fighter 6, Tekken 8 und The King of Fighters XV in einer gemeinsamen Fighting-Game-Wertung. Dazu kommen mit eFootball, Gran Turismo 7 und Puyo Puyo Champions gleich drei Titel mit japanischem Publisher-Stallgeruch – kein Zufall, schließlich ist Japan diesmal Gastgeber. Das League-of-Legends-Turnier läuft übrigens erst gegen Ende des Zeitfensters, vom 29. September bis 2. Oktober.
Wer auf westliche PC-Dauerbrenner wie Dota 2 oder CS2 gehofft hat, wird also nicht fündig – das Line-up ist klar auf Mobile-Titel und den asiatischen Markt sowie auf japanische Konsolen- und Arcade-Klassiker zugeschnitten. Das zeigt auch: Das Programm der Asian Games ist von Ausgabe zu Ausgabe komplett neu verhandelt, es gibt keinen festen Kern wie etwa bei Leichtathletik oder Schwimmen.
Warum ist Esports bei den Asian Games überhaupt eine offizielle Medaillensportart?

Das ist keine neue Erfindung von 2026. Esports feierte 2018 in Jakarta-Palembang erst als Demo-Sportart sein Debüt, bekam aber schon 2017 vom OCA grundsätzlich den Medaillenstatus zugesprochen. Richtig scharf wurde es erstmals bei den Asian Games 2022 in Hangzhou (pandemiebedingt erst 2023 ausgetragen): Dort ging es im eigens gebauten Hangzhou Esports Center erstmals um echte Medaillen, unter anderem in Dota 2, League of Legends und PUBG Mobile. Aichi-Nagoya 2026 ist damit erst der zweite Auftritt von Esports als vollwertige Medaillensportart bei den Asian Games – und mit 13 statt vorher weniger Titeln sogar ein gewachsenes Programm.
Für die deutsche und europäische Community bedeutet das erstmal wenig Direktes: Die Asian Games sind ein Kontinentalevent, deutsche oder europäische Teams sind schlicht nicht startberechtigt. Trotzdem lohnt der Blick nach Tokoname aus unserer Sicht, weil hier gerade vorgemacht wird, wie Esports als staatlich und olympisch anerkannte Sportart funktionieren kann – mit Verbandsstruktur, Nationalmannschaften und echten Medaillenspiegeln, nicht nur mit Preisgeldern von Publishern. Das IOC selbst tut sich mit einer echten Aufnahme von Esports ins olympische Programm weiterhin schwer, beobachtet die Entwicklung in Asien aber genau. Sollte sich das Modell bewähren, könnte es durchaus als Blaupause für künftige Diskussionen auf globaler Ebene dienen.
Wir bleiben an dem Thema dran und berichten, sobald die ersten Medaillen in Tokoname vergeben werden.
Quelle: Wikipedia, Nippon.com, Metropolis Japan
Verfolgt ihr die Asian Games 2026 im Esports-Bereich, oder ist euch das Ganze zu weit weg von der eigenen Szene? Schreibt’s uns in die Kommentare!



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