Xbox hat Xbox Labs angekündigt – eine neue Initiative, die offenbar auf den Boom von per generativer KI gebauten Spiele-Ports und Rekompilierungen reagiert. Xbox-CEO Asha Sharma verkündete das in einer Mail an die Belegschaft, die auf Xbox Wire veröffentlicht wurde. Auffällig: Die Worte „KI“ oder „generative KI“ tauchen in der Ankündigung laut Eurogamer gar nicht auf.
Was ist Xbox Labs genau?
Eine klare Antwort liefert die Ankündigung nicht. Sharma schreibt, in den vergangenen Wochen seien Spiele „rasant dekompiliert und neu gebaut“ worden, damit sie auf Hardware laufen, für die sie nie gedacht waren. Noch überraschender: Viele der größten Spiele der Welt seien in den Quellcode anderer Spiele „remixt“ worden.
Solche Experimente stellen laut Sharma lange gültige Annahmen der Branche infrage – etwa die Bindung zwischen Software und Hardware, die Grenze zwischen Erschaffen und Spielen und die Art, wie Leute Spiele entdecken. Xbox Labs soll genau das erkunden.
- Leitung: Xbox-CTO Scott Van Vliet, zuvor bei Microsoft für Azure for OpenAI zuständig.
- Team: „eine kleine Gruppe von Spieleentwicklern, Ingenieuren und Wissenschaftlern“.
- Ziel: neue Ideen in Dinge verwandeln, die Spieler und Entwickler erleben können.
- Motto: in der Öffentlichkeit bauen, aus dem Nutzerverhalten lernen und Erfolg daran messen, ob mehr Menschen spielen und erschaffen.
Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann sich auf der offiziellen Xbox-Labs-Seite für Updates eintragen.
Warum spricht Sharma von Agenten statt von KI?
Sharma argumentiert, Coding sei der erste große Einsatzbereich für Agenten, weil diese Software schreiben, ausführen und testen können. Games hätten ähnliche Eigenschaften. Dazu nennt sie eine Zahl: Spieler verbringen jährlich mehr als 72 Milliarden Stunden mit Xbox-Spielen – etwa fünfmal so viel Zeit, wie weltweit geschätzt mit dem Schreiben von Code verbracht wird.
Wie ordnet sich das ein?
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Erst vor wenigen Tagen haben Google und Unity eigene Plattformen angekündigt, mit denen man per Texteingabe Spiele erstellen können soll. Ob Microsoft mit Labs dasselbe vorhat, lässt die vage Ankündigung offen. Xbox hatte zuletzt zudem die neue Sparte XP für Nicht-Gaming-Partnerschaften vorgestellt.
Wie Sharmas Linie insgesamt aussieht, haben wir bereits aufgegriffen: Xbox-Chefin Sharma über das Überleben ohne Aufgewärmtes. Und wie heikel KI-Themen in der Branche sind, zeigt auch der Bericht über Epics „AI First“-Ansatz beim Disney-Shooter.
Aus unserer Sicht ist die Wortwahl Strategie: Bei vielen Spielern ist generative KI ein Reizthema, und Xbox testet offenbar lieber erst mal ab, wie die Community auf das Experiment reagiert. Spannend wird, ob aus „Labs“ echte Produkte werden – oder nur Marketing.
Quelle: Eurogamer
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