News

Wardogs-CEO im Kreuzfeuer: Ehrlichkeits-Eingeständnis und Crunch-Rechtfertigung sorgen für Aufregung

Erst der Verkaufsrekord, jetzt der Shitstorm: Wardogs-Entwickler Bulkhead sorgt mit zwei Interviews binnen weniger Stunden für Aufregung in der Community. Nachdem der Steam-Shooter innerhalb von nur fünf Tagen die Marke von 2 Millionen verkauften Einheiten geknackt hat, meldete sich Bulkhead-CEO Joe Brammer gleich zweimal zu Wort – und beide Male mit Aussagen, über die aktuell heftig diskutiert wird.

Was hat der Wardogs-CEO über mangelnde Transparenz gesagt?

Im Gespräch mit VGC räumte Brammer offen ein, dass sein Studio beim Erwartungsmanagement rund um Wardogs nicht ehrlich genug gewesen sei. Wörtlich sagte er laut VGC, man sei „nicht transparent und nicht ehrlich” gewesen – eine bemerkenswerte Aussage angesichts des kommerziellen Erfolgs. Hintergrund ist offenbar die schwierige Konkurrenzsituation zu Call of Duty, in der sich das vergleichsweise kleine Studio behaupten musste und dabei intern wohl mit Erwartungen jonglierte, die selbst dem eigenen Team nicht ganz geheuer waren.

Das Eingeständnis wirkt fast schon ungewöhnlich selbstkritisch für einen CEO, dessen Spiel gerade zwei Millionen Mal über die virtuelle Ladentheke gegangen ist. Genau das macht die Aussage aber auch brisant: Wer im Erfolgsfall zugibt, vorher nicht ehrlich gewesen zu sein, wirft automatisch die Frage auf, was sonst noch beschönigt wurde.

Wie rechtfertigt Bulkhead die Crunch-Kultur im Studio?

Nur Stunden später legte Brammer im Interview mit IGN nach – diesmal ging es um die Arbeitsbedingungen beim britischen Studio. Crunch, also verstärkte Mehrarbeit in stressigen Entwicklungsphasen, bezeichnete er laut IGN als eine Art Balanceakt und beschrieb Bulkhead sinngemäß als einen Ort, an den man komme, um hart zu arbeiten. Für eine Branche, die sich seit Jahren mit dem Ruf toxischer Arbeitsbedingungen herumschlägt, ist das eine riskante Wortwahl.

Aus unserer Sicht ist die Kombination aus beiden Aussagen besonders brisant: Erst gesteht man mangelnde Ehrlichkeit gegenüber der eigenen Community ein, dann verteidigt man im nächsten Atemzug eine Arbeitskultur, die in der Branche seit Jahren in der Kritik steht – man denke nur an ähnliche Debatten rund um andere große Studios der letzten Jahre. Wenn schon die Kommunikation zum eigenen Produkt nicht ehrlich war, fällt es schwer, Beteuerungen zu glauben, Crunch laufe bei Bulkhead „kontrolliert” ab.

Ob die doppelte Kontroverse dem Erfolg von Wardogs schaden wird, bleibt abzuwarten. Aktuell überwiegt bei vielen Spielern offenbar noch die Begeisterung über das Spiel selbst – wie lange das so bleibt, wenn Brammers Aussagen weiter die Runde machen, ist eine andere Frage.

Quelle: VGC, IGN

Was haltet ihr von den Aussagen des Wardogs-CEOs? Diskutiert mit uns in den Kommentaren, ob ein nachträgliches Eingeständnis reicht und ob Crunch jemals ein legitimer „Balanceakt” sein kann.

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare — sei der/die Erste mit deiner Meinung.