Warcraft 3: Reforged bekommt einen neuen Patch – und der bringt nicht nur Bugfixes. Blizzard hat mit dem aktuellen Update eine ständige Online-Pflicht eingeführt: Wer Warcraft 3: Reforged spielen will, braucht ab sofort immer eine aktive Internetverbindung – selbst im reinen Einzelspieler-Modus. Gleichzeitig verschwindet der LAN-Modus komplett aus dem Spiel.
Für ein Strategiespiel, das seit über zwei Jahrzehnten auch von LAN-Partys und Offline-Turnieren lebt, ist das ein harter Einschnitt. Auf Battle.net und in den einschlägigen Foren hängt der Ärger bereits hoch.
Warum entfernt Blizzard den LAN-Modus bei Warcraft 3: Reforged?
Eine offizielle Begründung für den Schritt hat Blizzard bislang nicht ausführlich kommuniziert. Aus der Patch-Kommunikation lässt sich herauslesen, dass es um Absicherung gegen Piraterie und um eine einheitlichere Account- und Matchmaking-Struktur über Battle.net gehen soll. LAN-Modi sind für Publisher historisch schwerer zu kontrollieren, weil Spiele ohne Server-Check gestartet werden können – das macht Cracks und inoffizielle Kopien leichter nutzbar.
Was bedeutet die Änderung konkret für Spieler?
Wer bislang auf Netzwerkpartys, in Vereinen mit instabilem Internet oder schlicht offline gegen Freunde antreten wollte, kann das mit dem neuen Patch nicht mehr. Auch reine Solo-Kampagnen laufen jetzt nur noch mit Verbindung zu Blizzard-Servern. Spieler mit unzuverlässigem Internet oder in Regionen mit schwacher Anbindung sind direkt betroffen, ebenso die verbliebene Custom-Games- und Turnierszene, die bislang teils bewusst auf LAN gesetzt hat, um Verzögerungen und Serverausfälle zu vermeiden.
Wie reagiert die Community auf den Wegfall des LAN-Modus?
Die Reaktionen in Foren und auf Reddit sind überwiegend negativ. Viele Spieler erinnern an den ohnehin schon holprigen Start von Warcraft 3: Reforged im Januar 2020, als das Remaster wegen fehlender Features, schlechterer Grafik als versprochen und Bugs zur bestbewerteten schlechten Kritik in der Battle.net-Geschichte wurde und Blizzard damals sogar Rückerstattungen außerhalb der üblichen Frist anbieten musste. Der jetzige Schritt wird von vielen als weiteres Kapitel einer ohnehin schon schwierigen Historie gesehen – auch wenn Blizzard das Spiel seither in Teilen nachgebessert hat. Ähnliche Kritik an Always-Online-Pflichten bei eigentlich offline-fähigen Spielen gab es in der Branche bereits mehrfach, etwa rund um den SimCity-Neustart 2013.
Wie es bei anderen aktuellen Blizzard-Projekten weitergeht, zeigt unter anderem unser Bericht zur Ankündigung von World of Warcraft: Forever – dort sorgt aktuell eine eigene Preis-Kontroverse für Diskussionen.

Aus unserer Sicht wäre zumindest ein reiner Offline-Modus für die Kampagne wünschenswert gewesen – gerade bei einem Spiel, das so sehr von seiner LAN- und Turnier-Historie lebt, fühlt sich der komplette Wegfall unnötig hart an.
Quelle: PC Gamer
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