Ausgerechnet Tetris wird zum Politikum: Nachdem die US-Regierung unter Präsident Trump ein eigenes Online-Arcade auf der Website des Weißen Hauses gestartet hat, meldete sich die Tetris Company umgehend zu Wort – und positionierte sich klar gegen eines der neuen Spiele.
Was genau steckt hinter dem neuen Arcade des Weißen Hauses?
Wie unter anderem IGN berichtet, veröffentlichte die Regierung am Donnerstagabend auf ihrer Website eine Sammlung von sechs Arcade-artigen Spielen, die politische Botschaften der Administration aufgreifen. Eines davon, „Build the Wall“, ist unübersehbar an Tetris angelehnt: Fallende Blöcke müssen zu einer Mauer zusammengefügt werden, die im Gegensatz zum Vorbild aber nicht verschwindet, sobald eine Reihe vollständig ist – stattdessen wächst die Mauer immer weiter, um eine heranrückende „Zombie-Horde“ fernzuhalten.
Wie hat die Tetris Company auf den Klon reagiert?
Die Tetris Company stellte unmissverständlich klar, an der Entstehung von „Build the Wall“ nicht beteiligt gewesen zu sein, und betonte, man nehme Urheberrechtsverletzungen sehr ernst. In der Stellungnahme heißt es sinngemäß, man glaube an die verbindende Kraft von Spielen, die Menschen zusammenbringen sollen – nicht an Spiele, die spalten.
Rein rechtlich ist der Fall interessant: Das namensgebende Blockfall-Prinzip von Tetris selbst ist urheberrechtlich kaum vollständig schützbar, wohl aber die konkrete visuelle Gestaltung, der Markenname und das Logo. Ob „Build the Wall“ tatsächlich so nah am Original liegt, dass eine Klage Aussicht auf Erfolg hätte, ist damit keineswegs automatisch entschieden – die klare öffentliche Distanzierung dient in erster Linie dazu, keinerlei Eindruck einer Zusammenarbeit oder Billigung entstehen zu lassen. Genau das ist für eine Marke wie Tetris, die international als politisch neutrales, generationenübergreifendes Kult-Spiel positioniert ist, besonders wichtig.
Für die Gaming-Branche ist der Vorfall ein ungewöhnliches Beispiel dafür, wie schnell ein jahrzehntealtes, eigentlich unpolitisches Spielprinzip in eine hochgradig aufgeladene politische Debatte hineingezogen werden kann. Ob es bei der öffentlichen Distanzierung bleibt oder die Tetris Company tatsächlich rechtliche Schritte einleitet, ist bislang offen.

Quelle: IGN
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