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Sony befragt Entwickler zum Disc-Ausstieg bei PlayStation

Sony hat im Juli angekündigt, die Produktion physischer PlayStation-Discs bis Anfang 2028 komplett einzustellen. Jetzt gibt es laut einem Bericht von Eurogamer neue Bewegung in der Sache: Der Konzern soll Entwickler in einer ungewöhnlich großen Umfrage zur Zukunft physischer Spiele befragt haben – ein Schritt, der Spekulationen über eine mögliche Kehrtwende befeuert.

Was steckt hinter der Sony-Umfrage zum Disc-Aus?

Ursprung der Story ist der YouTube-Kanal Moore’s Law is Dead, der im Broken Silicon Podcast von einer Umfrage berichtet, die Sony an Entwickler-Studios verschickt haben soll. Berichten zufolge handelt es sich um eine der größten Umfragen, die der Konzern jemals verschickt hat. Eine der Fragen soll indirekt darauf abzielen, ob Studios ein Problem damit haben, wie Sony aktuell physische Spiele vertreibt – im Kern also eine Reaktion auf die eigene Disc-Ausstiegs-Entscheidung. Eurogamer hat die Geschichte aufgegriffen, kurz darauf zogen auch Push Square, Beebom und Dexerto nach.

Kehrt Sony seine Digital-only-Entscheidung wirklich um?

So verlockend die Vorstellung einer Kehrtwende klingt: Ganz so einfach ist es wohl nicht. Sony-CFO Lin Tao hatte erst diesen Sommer betont, man werde trotz des Gegenwinds “vorsichtig” am Plan für Anfang 2028 festhalten. Spiele, die vor dem Stichtag erscheinen, sollen demnach weiterhin Disc-Nachdrucke bekommen. Auch Branchenveteran Richard Browne, der unter anderem für Sony und Tencent gearbeitet hat, winkt ab: Von einem Strategiewechsel sei ihm nichts bekannt, alle Publisher würden sich weiterhin auf ein disc-loses PlayStation ab 2028 einstellen. Die Umfrage allein ist also noch kein Beweis für eine Rolle rückwärts – aber sie zeigt, dass Sony den Unmut der Community offenbar ernster nimmt als bislang gedacht.

Ein Datenpunkt dürfte bei Sony besonders aufhorchen lassen: Laut einer Marktanalyse von Alinea Analytics stammten rund 23 Prozent der Erlöse von Marvel’s Wolverine in den ersten drei Verkaufstagen aus dem Disc-Verkauf. Physische Spiele verkaufen sich also nach wie vor gut, selbst bei großen First-Party-Titeln.

Eine PlayStation-5-Konsole mit Disc-Laufwerk, während Sony laut Berichten Entwickler zur Zukunft physischer Spiele befragt
Bildquelle: Push Square (pushsquare.com)

Warum ist die Debatte um PlayStation-Discs überhaupt so hitzig?

Die Vorgeschichte reicht bis 2020 zurück: Schon mit der PS5 brachte Sony parallel zur Standardkonsole eine Digital Edition ohne Laufwerk auf den Markt und testete damit früh, wie gut ein rein digitales Ökosystem angenommen wird. Die im Juli verkündete Ausstiegs-Entscheidung ging vielen Fans dann trotzdem deutlich zu weit – seither hält sich der Unmut in Foren und sozialen Netzwerken hartnäckig. Für Spieler geht es dabei um mehr als Nostalgie: Ohne Disc verschwindet die Möglichkeit, Spiele gebraucht zu kaufen oder zu verkaufen, Sammlungen verlieren an Wert, und wer offline zocken will, ist künftig komplett auf den PlayStation Store sowie funktionierende Download-Server angewiesen.

Aus unserer Sicht ist die Umfrage vor allem ein Signal: Sony hört zumindest zu. Ob daraus eine echte Kurskorrektur wird oder nur kosmetische Zugeständnisse wie längere Übergangsfristen, ist offen. Spannend wird das auch mit Blick auf die nächste PlayStation-Generation – falls die PS6 tatsächlich in wenigen Jahren ansteht, dürfte Sony seine Disc-Strategie spätestens dann final festzurren müssen.

Quelle: Eurogamer, Push Square

Was denkt ihr: Rudert Sony beim Disc-Aus wirklich zurück, oder bleibt es am Ende doch bei Anfang 2028? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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