Bei Saber Interactive, dem Studio, das mit Space Marine 2 zuletzt für Furore sorgte, brodelt es gerade gewaltig. Grund ist ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen CEO Matt Karch und der ehemaligen Lead-Writerin Stella Sacco – und der hat jetzt handfeste Folgen für das kommende Fahrsimulations-Spiel Rideshare “Stimulator”.
Sacco wirft dem Studio vor, sie im Laufe der Entwicklung schrittweise durch ChatGPT ersetzt zu haben, ohne das auf der Steam-Seite des Spiels offenzulegen. Ihr Vorwurf im Kern: Ein Großteil der Dialoge und Charaktertexte, an denen sie ursprünglich gearbeitet hat, sei später von einer KI umgeschrieben oder ergänzt worden – ohne dass Kundinnen und Kunden davon erfahren, wenn sie das Spiel kaufen.
Was hat Saber-CEO Matt Karch zu den Vorwürfen gesagt?
Karch bestritt öffentlich, Sacco direkt durch eine KI ersetzt zu haben – trat der Eskalation damit aber nicht entgegen, im Gegenteil. Wörtlich sagte er laut übereinstimmenden Berichten von IGN und Eurogamer, er wäre im Nachhinein “froh gewesen”, sie durch AI zu ersetzen. Ein Satz, der die Wogen erst richtig hochschlagen ließ: Statt den Streit zu beruhigen, goss Karch damit Öl ins Feuer und lieferte Sacco und der Community neue Munition.
Bekommt Rideshare Stimulator jetzt ein KI-Label auf Steam?
Ja. Nach dem öffentlichen Schlagabtausch hat Saber Interactive angekündigt, die Steam-Seite von Rideshare “Stimulator” nachträglich mit einem korrekten AI-disclosure-Label zu versehen. Steam schreibt Studios über die Content Survey von Valve vor, KI-generierte Inhalte, die im fertigen Spiel oder auf der Store-Seite landen, explizit zu kennzeichnen. Bislang fehlte dieser Hinweis bei Rideshare “Stimulator” offenbar – ein Punkt, den Sacco als zentralen Kritikpunkt anführte.
Einordnung: Der Fall reiht sich in eine Debatte ein, die die Spielebranche seit Monaten begleitet: Wo hört der sinnvolle Einsatz von KI-Werkzeugen auf, und wo beginnt der stille Austausch kreativer Arbeit gegen billigere Automatisierung? Dass ausgerechnet ein Studio wie Saber Interactive, das mit Space Marine 2 zuletzt einen waschechten Millionen-Hit gelandet hat, wegen eines vergleichsweise kleinen Nebenprojekts in die Schlagzeilen gerät, zeigt, wie sensibel das Thema mittlerweile ist. Karchs Aussage dürfte dabei kaum als Zufall durchgehen – sie liefert Kritikerinnen und Kritikern der Branche ein Paradebeispiel dafür, wie wenig Wertschätzung kreative Arbeit in manchen Chefetagen offenbar noch genießt, selbst wenn das Studio öffentlich zurückrudert.
Für Spielerinnen und Spieler bedeutet die Ankündigung erstmal vor allem eines: mehr Transparenz beim nächsten Blick auf die Store-Seite von Rideshare “Stimulator” – und ein Präzedenzfall, an dem sich andere Studios in ähnlichen Situationen künftig messen lassen müssen.
Was haltet ihr von Karchs Aussage – Ausrutscher oder ehrliche Meinung? Schreibt’s uns in die Kommentare!



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