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Rockstar vor Arbeitsgericht: Vorwürfe wegen Entlassung von 31 Mitarbeitern

Während sich alle Welt auf GTA 6 freut, hat Rockstar Games ein handfestes Problem im eigenen Haus. Seit heute verhandelt das Employment Tribunal in Glasgow über einen Fall, der es in sich hat: Die Gewerkschaft IWGB (Independent Workers of Great Britain) wirft dem Studio vor, im Oktober letzten Jahres 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Edinburgh unrechtmäßig entlassen zu haben. Rockstar kündigte an, sich “vigorously”, also energisch, gegen die Vorwürfe zu wehren.

Warum wirft die Gewerkschaft IWGB Rockstar unrechtmäßige Entlassungen vor?

Laut IWGB seien die Kündigungen eine direkte Reaktion darauf gewesen, dass sich Beschäftigte im Studio gewerkschaftlich organisiert haben. Die Gewerkschaft spricht von einer gezielten Aktion gegen die Organisierung der Belegschaft und wertet die Entlassungen als Union-Busting, also als Versuch, gewerkschaftliches Engagement im Keim zu ersticken. Genau das bestreitet Rockstar.

Wie reagiert Rockstar auf die Vorwürfe?

Das Studio begründet die Trennung von den 31 Beschäftigten damit, dass diese vertrauliche Firmeninformationen in einem privaten Discord-Server der Gewerkschaft geteilt hätten. Aus Sicht von Rockstar handelt es sich also nicht um Union-Busting, sondern um eine normale personalrechtliche Konsequenz aus einem Vertrauensbruch. Die Anhörung vor dem Glasgow Tribunals Centre soll bis zum 16. Oktober laufen, ein Urteil dürfte also noch einige Wochen auf sich warten lassen.

Wie ordnet sich der Fall in die jüngere Gewerkschaftsbewegung der Gaming-Branche ein?

Der Streit reiht sich in eine ganze Serie von Arbeitskonflikten in der Spielebranche der letzten Jahre ein: Von QA-Testern bei Activision Blizzard bis zu Entwicklerteams bei ZeniMax haben sich zuletzt immer mehr Studio-Belegschaften gewerkschaftlich organisiert, oft begleitet von Vorwürfen gegen die Arbeitgeber, dagegen vorzugehen. Rockstar selbst steht schon seit Jahren wegen seiner Crunch-Kultur in der Kritik, spätestens seit den Berichten über exzessive Überstunden während der Entwicklung von Red Dead Redemption 2. Dass ausgerechnet jetzt, mitten in der heißen Phase vor dem GTA-6-Release, ein Arbeitsgerichtsverfahren gegen das Studio läuft, dürfte dem ohnehin schon unter Beobachtung stehenden Ruf von Rockstar kaum helfen. Für Spieler ändert der Rechtsstreit an sich erstmal nichts am Release-Fahrplan von GTA 6, er zeigt aber, dass hinter den Kulissen des größten Spiele-Launches des Jahres weiterhin erheblicher Druck auf der Belegschaft lastet.

Logo der Gewerkschaft IWGB, die Rockstar Games wegen der Entlassung von 31 Mitarbeitern vor dem Arbeitsgericht verklagt
Bildquelle: IGN (Logo der Gewerkschaft IWGB)

Quelle: IGN

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