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MindsEye-Studio Build a Rocket Boy meldet Insolvenz

Build a Rocket Boy, das Studio hinter dem Action-Adventure MindsEye, hat offiziell Insolvenz angemeldet. Laut einem Companies-House-Filing (Formular AM01(Scot)) vom 25. September 2026 hat das Edinburgher Studio Insolvenzverwalter bestellt – nach britischem Recht ein klarer Schritt in Richtung Zahlungsunfähigkeit. Bestätigt wird die Insolvenz mittlerweile von mehreren internationalen Medien, darunter Eurogamer, Engadget, Aroged und Massively OP.

Vorausgegangen war eine weitere Entlassungswelle, die laut Berichten unter anderem Artists, Führungskräfte und Teile der HR-Abteilung traf. Nun übernehmen Insolvenzverwalter von Opus Restructuring das Ruder. Das bedeutet konkret: Build a Rocket Boy steht ab sofort unter einem sogenannten Statutory Moratorium. Das Studio ist damit vorübergehend vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt, während versucht wird, das Unternehmen zu retten oder zumindest geordnet abzuwickeln.

Wie kam es zur Insolvenz von Build a Rocket Boy?

Gegründet wurde Build a Rocket Boy 2017 von Leslie Benzies, dem ehemaligen Präsidenten von Rockstar North und langjährigen Kopf hinter mehreren Rockstar-GTA-Teilen, gemeinsam mit Matthew Smith und Colin Entwistle. Ursprünglich sollte das Studio mit “Everywhere” eine nutzergenerierte Online-Plattform aufbauen, bevor der Fokus auf MindsEye wechselte – ein storygetriebenes Action-Adventure im futuristischen Redrock, das im Juni 2025 erschien.

Spielszene aus MindsEye mit futuristischer Kulisse der Stadt Redrock
Bildquelle: Eurogamer / Build A Rocket Boy

Der Launch geriet zum Debakel: Bug-Berichte häuften sich, einzelne Plattformen sollen sogar Rückerstattungen ausgezahlt haben. Es folgten mehrere Entlassungsrunden, und Mitgründer Leslie Benzies sprach öffentlich von “Saboteuren” innerhalb und außerhalb des Unternehmens – Belege dafür blieben bislang aus. Parallel dazu zog die IWGB Game Workers Union vor Gericht, unter anderem wegen des Einsatzes umstrittener Überwachungssoftware auf Mitarbeitergeräten und eines mutmaßlich rechtswidrig abgewickelten Entlassungsprozesses. Auch der im Sommer nachgereichte Mehrspieler-Modus samt Fußball-Minispiel konnte den Abwärtstrend nicht mehr stoppen.

Was bedeutet die Insolvenz für MindsEye-Spieler?

Für alle, die MindsEye bereits gekauft haben, ändert sich erst einmal nichts: Das Spiel bleibt spielbar, Server laufen unter Aufsicht der Verwalter zunächst weiter. Ob es aber noch neue Updates, Bugfixes oder den zuletzt angekündigten Ausbau der Online-Modi geben wird, steht in den Sternen. Insolvenzverwalter suchen in solchen Fällen in der Regel nach Käufern für Studio, Marke oder Technologie. Gelingt das nicht, drohen die endgültige Abwicklung und irgendwann auch die Abschaltung der Server.

Charakter aus MindsEye, dem einzigen veröffentlichten Spiel von Build a Rocket Boy
Bildquelle: Eurogamer / Build A Rocket Boy

Aus unserer Sicht ist die Pleite von Build a Rocket Boy ein weiteres trauriges Kapitel in einer Branche, die gerade reihenweise Studios und Arbeitsplätze verliert. Dass ausgerechnet ein AAA-Studio mit einer echten GTA-Ikone an der Spitze so tief fällt, zeigt: Ein großer Name allein schützt weder vor einem missglückten Launch noch vor internen Konflikten und einem zu ambitionierten Budget. Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die schon mehrere Entlassungswellen überstehen mussten, dürfte die offizielle Insolvenz trotzdem keine große Überraschung mehr sein.

Quelle: Eurogamer

Was denkt ihr: Hat MindsEye trotz allem eine zweite Chance verdient, oder war das Projekt von Anfang an zum Scheitern verurteilt? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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