Missionen wie auf Schienen: Das ist seit Jahren der Hauptkritikpunkt an Rockstars Spielen. In GTA 6 soll sich das ändern. Rob Nelson, Co-Studio-Head von Rockstar North, hat in einem aktuellen Interview mit IGN erklärt, wie das Studio das Missionsdesign öffnen will. IGN durfte das Spiel bereits im Juli sehen, jetzt wurden die Details freigegeben.
Was ändert sich am Missionsdesign von GTA 6?
Nelson beschreibt die Rockstar-Philosophie als Suche nach dem „richtigen Gleichgewicht zwischen Freiheit und Storytelling“. In früheren Spielen hatte im Zweifel die Erzählung Vorrang. Diesmal habe das Team die Möglichkeiten bewusst so weit geöffnet, wie es ging, ohne die Qualität zu opfern. Konkret nennt Rockstar folgende Punkte:
- Der Übergang von linearen Story-Missionen zur Open World soll fließender werden.
- Offene Aktivitäten wie Verfolgungsjagden oder Raubüberfälle sind oft Teil einer Mission.
- Es gibt Missionen mit mehreren Fluchtwegen. In der ersten Mission aus dem Preview-Video gibt es mehrere Wege aus dem Hochhaus.
- Bei der Mission mit Raul auf der Rückbank gibt es eine optimale Route. Wer sie verlässt, kann trotzdem entkommen.
- Wo es geht, setzen Missionen auf systemische Mechaniken wie Fahndungslevel oder das Raubüberfall-System.
- Komplette Sandbox-Missionen wird es nicht geben.

Was verrät das Interview noch über die Open World?
Laut der Zusammenfassung von GameStar gab es neben den Missionen weitere neue Einblicke:
- Autodiebstahl: Nicht mehr jedes geparkte Auto lässt sich knacken. Manche haben Alarmanlagen, andere brauchen Werkzeug wie einen Funkschlüssel-Kloner oder einen Slim-Jim. Per App seht ihr vorab, welche Sicherung ein Wagen hat und was er wert ist.
- Criminal Profile: Statt eines Karma-Systems gibt es ein kriminelles Profil. Es hängt davon ab, wie exzessiv ihr Gewalt einsetzt, und beeinflusst Reaktionen der Umwelt und den Storyverlauf.
- Verkehr: Die Straßen in Leonida sind schmaler, der Verkehr ist dichter. Fahren wird damit mehr zur Skill-Frage.
- Weniger Symbole: Die Karte soll nicht mit Markern zugekleistert sein. Viele kleine Events entdeckt ihr einfach so.
- Safehouses: Jason und Lucia haben neben ihren Wohnungen mehrere Safehouses, die ähnlich interaktiv sein sollen wie das Banditenlager in Red Dead Redemption 2.
Warum ist das für GTA-Fans so wichtig?
Kritik am starren Missionsdesign gibt es nicht erst seit gestern. Schon 2018 nahm der YouTuber NakeyJakey in seinem Video „Rockstar’s Game Design is Outdated“ genau das auseinander. Wer in GTA 5 oder Red Dead Redemption 2 einen Verfolgten mit festem Abstand tailen musste, kennt das Problem: Weicht man vom Skript ab, scheitert die Mission.
Aus unserer Sicht ist das eine der spannendsten Aussagen des Interviews. Ein GTA, in dem Missionen die Regeln der Open World respektieren, könnte sich deutlich glaubwürdiger anfühlen. Ob Rockstar das Versprechen einlöst, zeigt sich erst zum Release am 19. November. Mehr zu den Protagonisten findet ihr in unserem Bericht zu Jason und Lucia als Paar.
Wie viel Freiheit wünscht ihr euch in GTA-6-Missionen? Schreibt es uns in die Kommentare!



Kommentare (0)
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste mit deiner Meinung.