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GTA 6: Miami-Dade Sheriff wettert gegen Rockstar-Werbedeal mit dem Landkreis

Eigentlich sollte es ein PR-Coup werden: Miami-Dade County wollte sich im Vorfeld des GTA-6-Release als reales Vorbild für Vice City feiern lassen. Jetzt hagelt es stattdessen scharfe Kritik aus den eigenen Reihen der Bezirksverwaltung.

Wie unter anderem PC Gamer berichtet, hatte die Verwaltung des Bezirks bereits im Juni ein Pitch-Deck an Rockstar Games geschickt. Der Plan: Teile von Miami sollten mit „Welcome to Vice City“-Beschilderung am internationalen Flughafen, Vice-City-Branding auf Kanaldeckeln und bunt beklebten Metromover-Bahnen zu einer Art begehbarer Werbefläche für GTA 6 werden.

Was hat Miami-Dade County Rockstar eigentlich vorgeschlagen?

Konkret ging es um eine breit angelegte Kooperation, die den County-Behörden zufolge zusätzliche Einnahmen und mediale Aufmerksamkeit für die Region bringen sollte. Die Idee: Die ohnehin unübersehbare Ähnlichkeit zwischen Miami und dem fiktiven Vice City offensiv vermarkten, statt sie nur als Insider-Witz der Community stehen zu lassen. Es wäre nicht die erste popkulturelle Marketing-Aktion rund um GTA 6 – schon unser Bericht über Rockstars kuriose Fan-Aktion rund um Sauerstoffwerte vor der Firmenzentrale zeigt, wie kreativ die Marketingmaschine rund um das Spiel inzwischen läuft.

Warum stellt sich die Sheriffin gegen den Deal?

Sheriffin Rosie Cordero-Stutz und County-Commissioner Juan Carlos Bermudez traten dem Vorhaben am 3. September öffentlich entgegen. „Grand Theft Auto ist eine Videospiel-Franchise, die um kriminelle Aktivitäten herum aufgebaut ist“, sagte Cordero-Stutz gegenüber der Miami Herald. Sie verwies auf die in den Spielen dargestellten Morde, Raubüberfälle, Drogengeschäfte, Autodiebstähle und Gewalt gegen Polizisten – exakt jene Delikte, die ihre Deputies täglich zu verhindern versuchen. Ihr Punkt: Ausgerechnet in einer Zeit, in der die Behörde an einer sinkenden Kriminalitätsrate arbeitet, sei fraglich, welches Signal die Bewerbung einer fiktiven Identität rund um genau diese Verbrechen sendet.

Ganz neu ist dieser Konflikt übrigens nicht: Schon bei früheren GTA-Teilen sorgte die Verbindung von Satire und drastischer Gewaltdarstellung für politischen Gegenwind, von Diskussionen um jugendgefährdende Inhalte bis zu Boykottaufrufen einzelner Kommunalpolitiker. Neu ist diesmal nur, dass es nicht um ein Verbot geht, sondern um eine offizielle Werbepartnerschaft, die die eigene Verwaltung selbst angestoßen hat – und an der sie jetzt öffentlich zu zerbrechen droht.

Für Rockstar ändert sich dadurch erstmal wenig: Der offizielle Release von GTA 6 steht weiterhin bevor, unabhängig davon, ob Miami am Ende offiziell mitspielt oder nicht. Sollte der Deal komplett platzen, müsste sich die Marketingabteilung des Studios wohl anderswo nach realen Vice-City-Anspielungen umsehen.

Zwei Charaktere aus GTA 6 in einer emotionalen Szene, im Hintergrund Sheriff-Boote und ein Polizeihubschrauber
Bildquelle: PC Gamer (https://www.pcgamer.com)

Quelle: PC Gamer

Was haltet ihr von der Idee, Miami offiziell als Vice City zu vermarkten – cleveres Marketing oder geschmacklos? Schreibt es uns in die Kommentare!

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