Der größte Deal, den die Gaming-Branche je gesehen hat, ist einen entscheidenden Schritt weiter. Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme von Electronic Arts durch ein Konsortium rund um Saudi-Arabiens Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) kartellrechtlich freigegeben. Begründung der Behörde: Der Deal wirft keine relevanten Wettbewerbsbedenken auf.
Zur Erinnerung: EA hatte der Übernahme bereits im vergangenen September zugestimmt. Neben dem PIF sind auch die Investmentfirma Silver Lake und Affinity Partners, das Investmentvehikel von Jared Kushner, an dem Konsortium beteiligt. Nach Abschluss des Deals soll der PIF rund 93,4 Prozent an EA halten. Macht man den Deal an Zahlen fest, wird schnell klar, warum er branchenweit für so viel Aufsehen sorgt: Mit rund 55 Milliarden US-Dollar ist es der bislang größte fremdfinanzierte Firmenkauf (Leveraged Buyout) überhaupt, nicht nur in der Spielebranche.
Ganz durch ist der Deal aber noch nicht. Neben der jetzt erteilten Kartellfreigabe läuft aktuell noch eine separate Prüfung nach der EU-Verordnung über drittstaatliche Subventionen, die klären soll, ob staatliche Gelder aus Nicht-EU-Ländern den fairen Wettbewerb verzerren könnten. Eine Entscheidung dazu wird bis zum 30. Juli erwartet. Erst wenn auch diese Hürde genommen ist, kann der Verkauf final abgeschlossen werden.
Für Spielerinnen und Spieler dürfte vor allem die Frage interessant sein, was der neue saudische Mehrheitseigentümer für Marken wie EA Sports FC, Battlefield oder Apex Legends bedeutet. Offiziell betont EA, dass sich am operativen Geschäft und an der Studiostruktur zunächst nichts ändern soll. Kritiker sehen den Deal dennoch skeptisch: Saudi-Arabiens Investitionen in die Gaming-Branche stehen seit Jahren in der Kritik, weil dem Königreich Menschenrechtsverletzungen und sogenanntes „Sportswashing“ vorgeworfen werden, bei dem milliardenschwere Investments genutzt werden sollen, um das internationale Image des Landes aufzupolieren.
Wir bleiben an der Sache dran und melden uns, sobald auch die Subventionsprüfung der EU abgeschlossen ist und der Deal endgültig über die Bühne geht.
Quelle: GamesRadar+, Game Developer



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