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Bungie holt alte Destiny-2-Inhalte zurück: Notfall-Entscheidung nach Marathon-Flop

Bungie zieht die Notbremse: Das Studio hinter Destiny 2 hat angekündigt, zahlreiche einst aus dem Spiel entfernte Kampagnen, Schauplätze und Raids zurückzuholen. Intern wird der Schritt als dringend notwendige, geradezu studio-rettende Entscheidung beschrieben – ausgelöst durch den deutlichen Flop des neuen Shooters Marathon, dessen geplante Updates allein offenbar nicht gereicht hätten, um Bungie wirtschaftlich zu stabilisieren.

In einem gemeinsamen Statement auf der offiziellen Bungie-Website räumen Studio-Chef Poria Torkan und Produktchef Josh Deane offen ein, in den vergangenen Jahren das Vertrauen der Spielerschaft verspielt zu haben. Die Formulierung “We intend to earn back your trust” macht deutlich, wie ernst man die Kritik der Community inzwischen nimmt.

Welche Destiny-2-Inhalte holt Bungie aus dem Vault zurück?

Konkret sollen die Kampagnen Red War, Curse of Osiris, Warmind und Forsaken sowie die Schauplätze Io, Titan, Merkur und Mars wieder spielbar werden. Bei den Raids stehen Leviathan, Eater of Worlds, Spire of Stars, Scourge of the Past und Crown of Sorrow auf der Liste. Ein festes Datum nennt Bungie bislang nicht – jeder Inhalt müsse erst technisch und spielerisch auf den aktuellen Stand von Destiny 2 gebracht werden, etwa bei Beleuchtung, Gegnerverhalten und Encounter-Design.

Warum war der Marathon-Flop der Auslöser für die Rettungsaktion?

Marathon war im März 2026 mit ordentlicher Kritik gestartet, verlor seine Spielerbasis aber rasant: Bis August sollen die gleichzeitig aktiven Nutzerzahlen um rund 96 Prozent eingebrochen sein, teils lag die Zahl gleichzeitiger Spieler unter 1.000. Sony soll deswegen eine Abschreibung in dreistelliger Millionenhöhe verbucht haben, zuvor hatte Bungie bereits rund 290 Stellen gestrichen. Parallel lag die Destiny-2-Entwicklung nach dem letzten großen Update “Monument of Triumph” im Juni faktisch auf Eis. Mit den geplanten Marathon-Updates allein, so die interne Einschätzung, wäre das Studio nicht zu retten gewesen – weshalb man sich nun wieder voll auf das verlässliche Zugpferd Destiny besinnt.

Für die Einordnung lohnt ein Blick zurück: Die sogenannte Destiny Content Vault wurde mit der Erweiterung Beyond Light im November 2020 eingeführt, um Speicherplatz auf älterer Hardware freizuschaufeln und Updates technisch handhabbar zu halten. Für viele Fans fühlte sich das damals wie ein Verlust bezahlter Inhalte an und sorgte für anhaltenden Unmut. Dass Bungie diesen Schritt nun nach knapp sechs Jahren zurücknimmt, ist im Live-Service-Geschäft ungewöhnlich und zeigt, wie sehr der Marathon-Rückschlag die Prioritäten im Haus verschoben hat. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet das mittelfristig mehr Umfang und nostalgische Rückkehrer, für Bungie selbst aber auch das Eingeständnis, dass die Zukunft des Studios wieder stärker an Destiny hängt als geplant, während Marathon als reines Extraction-Konzept offenbar überarbeitet und zu einer tieferen Survival-Erfahrung ausgebaut werden soll.

Quelle: PC Gamer, VGC, Eurogamer

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