Fast die Hälfte der Belegschaft von World’s Edge wurde entlassen, während das Age-of-Empires-Studio komplett unter die Kontrolle von Activision wechselt. Was zuerst nur als Gerücht durch die Community geisterte, ist jetzt bittere Realität: Das für die Age-of-Empires-Reihe zuständige Studio World’s Edge hat einen massiven Stellenabbau erlebt, der laut übereinstimmenden Berichten von Eurogamer und WCCFTech nahezu die Hälfte des Teams betrifft.
Besonders bitter: Auch Creative Director Adam Isgreen gehört zu den Betroffenen. Unter seinem bekannten ResetEra-Pseudonym „Tempus Chaoti” bestätigte er den Jobverlust öffentlich und machte auf LinkedIn deutlich, wie enttäuscht er über das Ende seiner Zeit bei World’s Edge und Age of Empires ist. Auch Senior Software Engineer Andrew Martz meldete sich zu Wort und erklärte, dass ein bislang unangekündigtes „nächstes Projekt” des Studios direkt infolge der Übernahme durch Activision auf Eis gelegt wurde.
Wie viele Mitarbeiter sind bei World’s Edge tatsächlich betroffen?
Genaue Zahlen nennt Microsoft wie üblich nicht, doch mehrere unabhängige Quellen decken sich in der Einschätzung: Rund die Hälfte der Belegschaft wurde freigesetzt. World’s Edge wurde erst im Juni 2019 in Redmond gegründet, um dauerhaft als Hüterin der Age-of-Empires-Marke zu fungieren, und koordiniert seither externe Studios wie Relic Entertainment, Forgotten Empires und Tantalus Media. Nach dem Abgang von Gründerin Shannon Loftis im Jahr 2022 übernahm Michael Mann die Studioleitung – nun verliert das Studio einen Großteil seiner erfahrenen Belegschaft auf einen Schlag.
Was bedeutet der Wechsel zu Activision für die Zukunft von Age of Empires?
World’s Edge wird künftig nicht mehr direkt von Xbox Game Studios, sondern von Activision beaufsichtigt – genau wie Rare und die Halo-Marke. Das ist Teil einer größeren organisatorischen Neuausrichtung, über die wir bereits berichtet haben: In unserem Artikel darüber, wie Xbox 268 weitere Entlassungen bestätigt hat und Activision die Kontrolle über Halo übernimmt, wird deutlich, dass World’s Edge nur eines von mehreren Studios ist, die in diesem Zuge neu zugeordnet wurden. Auffällig ist zudem, dass genau diese Konsolidierung bereits vorher gemunkelt wurde – wie wir bei den ersten Gerüchten zu einer neuen Entlassungswelle mit Studio-Konsolidierung einordneten, hat sich das Szenario nun in mehreren Wellen bestätigt.
Für Spieler ist vor allem die Ungewissheit über die Zukunft der Marke das Problem. Zwar gibt es aktuell keine offizielle Bestätigung, dass die Betreuung von Age of Empires II, III und IV grundsätzlich in Gefahr ist, doch der Verlust von so viel institutionellem Wissen – allen voran eines langjährigen Creative Directors – dürfte sich mittelfristig auf Tempo und Umfang künftiger Updates und Erweiterungen auswirken. Das unangekündigte, nun gestrichene Projekt zeigt zudem, dass die Restrukturierung nicht nur Personal, sondern auch tatsächliche Spieleentwicklung betrifft.
Ist die Zukunft der Age-of-Empires-Reihe jetzt grundsätzlich gefährdet?
Eine vollständige Einstellung der Marke ist nach aktuellem Stand nicht zu erwarten, schließlich bleibt World’s Edge offiziell weiterhin für Age of Empires zuständig und die Definitive Editions sind kommerziell erfolgreich. Dennoch zeigt der Fall exemplarisch, wie tief die laufende Xbox-Restrukturierung mittlerweile in einzelne, etablierte Studios hineinreicht – selbst in solche, die ein florierendes und beliebtes Franchise betreuen. Wer die Entwicklung rund um Xbox’ Studiolandschaft verfolgt, sollte diesen Fall im Hinterkopf behalten, denn ähnliche Einschnitte könnten auch andere vermeintlich sichere Studios treffen.
Was denkt ihr: Ist die Zukunft von Age of Empires unter Activision-Aufsicht in guten Händen, oder macht euch diese Entwicklung Sorgen? Schreibt es uns in die Kommentare!



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